Jun 28 2009

RSS Feed Kratzfest bis Bleistifthärte H3 ??


Kratzfest bis Bleistifthärte H3 nur ein Anreiz zur Kaufentscheidung?

Wir gehen der Sache genauer auf den Grund und haben beachtliches festgestellt.

Häufig liest man bei den Eigenschaften einer "hochwertigen" Schutzfolie "kratzfest bis Bleistifthärte H3". Beim Versuch dies nachzuvollziehen wird man jedoch schnell feststellen das diese Angabe nicht verwertbar ist.
Im Regelfall weiß der Anwender nicht wie hart H3 eigentlich ist, außer er ist technischer Zeichner und hat beruflich mit Härtegraden von Bleistiften zu tun. Jedoch Personen wie Ärzte, Rechtsanwälte, Bäcker, Geologen, Verkäufer uvm. können mit dieser Bezeichnung eher wenig anfangen.
Kommt noch erschwerend hinzu das für Härtegrade weder nationale noch internationale Normen existieren. Jeder Hersteller von Bleistiften verwendet seine eigenen Rezepturen, wobei sich die Härtegrade der unterschiedlichen Hersteller sehr nahe sind. Große Abweichungen gibt es jedoch zwischen Europa, USA und Japan.
Faber-Castell hat mit der Produktionsreihe 9000 im Jahr 1960 einen Standard festgelegt, der über mehrere Jahrzehnte praktisch als Urbleistift für die Härtegrade der Castell-Bleistiftminen verwendet wurde.
Lässt man nun die Abweichungen außer acht und versucht selbst einen Test durchzuführen stößt man schon auf die nächste Hürde, denn eine der wichtigsten Größen ("kratzfest bis Bleistifthärte H3") fehlt gänzlich, Richtig der angewandte Schreibdruck.
Wurde der Bleistift nur am hinteren Ende über die Folie gezogen, normal geschrieben oder mir Gewallt über die Folie gekratzt. Ohne dieser Angabe wird Kratzfestigkeit zur Auslegungssache trotz Angabe von H3, also eher wertlos und nur förderlich für die Kaufentscheidung.
Lässt man die Anspitzung und den Schreibwinkel außer acht so sind folgende Angaben zur Beurteilung der Kratzfestigkeit zwingend erforderlich.

 

  • Eingesetzter Bleistift
  • Ausgeübter Druck
  • Folie wo montiert (Untergrund)
  • Schreibwinkel


Wir haben uns also dem Thema genauer gewidmet um eine reale und vor allem nachvollziehbare Beurteilung unserer Schutzfolien abzugeben.
Zunächst ermitteln wir den mittleren Schreibdruck um überhaupt beurteilen zu können ob eine "Kratzfestigkeit bis Bleistifthärte H3" ausreicht. Unsere Messreihen ergeben einen mittleren Schreibdruck von 120 - 180g. Dieser Wert ist beim Schreiben auf Papier höher da Touchdisplays sehr empfindlich reagieren.
Als Bleistift setzen wir einen Bleistift der Marke Faber Castell Serie 9000 H3 EAN 4 005401 190134 ein Wir schreiben mit normaler Haltung etwa 45° . Bei etwa 450g Belastung bricht die Spitze. Die Folie welche auf einem Dell Axim x51v montiert ist beeinträchtigt die Aktion nicht wirklich. Die Folie bleibt völlig unbeschadet. Auch der Klebstoff (Silikon) unter der Folie bleibt unbeschädigt. Zum Schluss testen wir noch das Schreiben mit dem original Dell PDA Stift der zum Lieferumfang des Gerätes gehört. Bei einer Belastung von 1000g haben wir den Versuch abgebrochen um nicht das hochauflösende Display des Gerätes zu zerstören.

Fazit:

Die hier im Shop angebotenen Displayschutzfolien werden mit z.B. H3 / 300 angegeben wobei die "300" für einen Schreibdruck von 300g ausgelegt ist. Die Folien haben jedoch eine wesentlich höhere Kratzfestigkeit. Das heißt mit einem Bleistift der Härte H3 egal aus welchem Land hält die Folie immer 300g Stand.




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